Streckenfluglehrgang 2026

Vom 21. bis zum 26. August fand auf dem Segelfluggelände Borghorst-Füchten der diesjährige Streckenfluglehrgang statt. Acht Teilnehmende nutzten gemeinsam mit sechs erfahrenen Trainern die Woche, um sich intensiv mit dem Strecken- und Teamflug auseinanderzusetzen.

Am Freitagnachmittag trafen nach und nach die ersten Teilnehmenden mit ihren Flugzeugen am Platz ein. Nach der Anreise stand zunächst das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Durch die intensive Betreuung konnten für die Flugtage kleine Teams gebildet werden. Geflogen wurde dabei sowohl mit Trainern im Doppelsitzer als auch im Team mit mehreren Einsitzern.
Am Samstag begann der erste richtige Flugtag. Bereits am Morgen wurden die Flugzeuge aufgerüstet, anschließend ging es nach dem gemeinsamen Frühstück ins Briefing. Ein wichtiger Bestandteil, der uns über den gesamten Lehrgang begleiten sollte, war die ausführliche Wetteranalyse. Statt lediglich auf einzelne Prognosewerte wie die PFD zu schauen, beschäftigten wir uns intensiv mit der Großwetterlage und deren Auswirkungen auf das Streckenflugwetter. Gemeinsam wurde u. a. analysiert, wo sich fliegbare Gebiete entwickeln könnten, wann mit Thermik zu rechnen war und welchen Einfluss Wind, Luftfeuchtigkeit, Abschirmungen und bei uns vor allem auch Regen auf die Streckenplanung haben würden.
Passend zur jeweiligen Wetterlage wurden anschließend Aufgaben festgelegt. Dabei beschäftigten wir uns auch damit, wie man eine Aufgabe sinnvoll plant und diese anschließend z. B. in XCSoar überträgt. Dinge, die im normalen Vereinsbetrieb vielleicht nicht bei jedem Flug eine große Rolle spielen, wurden so schnell zur Routine.
Am Samstag konnten bereits die ersten Streckenflüge durchgeführt werden. Ausgeschrieben war eine rund 80 Kilometer lange AAT über Achmer und Rheine-Eschendorf zurück nach Borghorst. Wer noch nicht direkt auf Strecke ging, nutzte den Tag, um sich mit dem Flugplatz und seiner Umgebung vertraut zu machen. Besonders interessant war dabei die unmittelbare Nähe zur Kontrollzone des Flughafens Münster/Osnabrück. Für Teilnehmende, die an ihren Heimatflugplätzen nur selten mit einer solchen Luftraumstruktur zu tun haben, war auch das eine Besonderheit.
Der Sonntag machte es uns deutlich schwieriger. Der grundsätzliche Ablauf blieb derselbe, größere Strecken ließen die Bedingungen allerdings kaum zu. Nur ein Team schaffte es tatsächlich auf Strecke, wobei es für einen Teilnehmer zur ersten Außenlandung kam.
Am Montag zeigte sich schließlich, was trotz anspruchsvoller Bedingungen möglich war. Für diesen Tag war eine 187 Kilometer lange AAT ausgeschrieben. Von Borghorst ging es zunächst nach Südwesten in Richtung Ahaus, anschließend nach Nordosten in Richtung Quakenbrück und schließlich zurück nach Borghorst. Kräftiger Wind, zerrissene Thermik und teilweise starke Abschirmungen machten das Fliegen alles andere als einfach. Dennoch wurde der Montag damit zum erfolgreichsten Flugtag der Woche.
Die Bedingungen am Dienstag waren mit zerrissener Blauthermik bei geringer Basishöhe deutlich schlechter, was zu einigen Außenlandungen führte und uns reichlich Material zur Auswertung gab.
Ein besonders wertvoller Bestandteil waren deshalb die Debriefings am jeweils folgenden Morgen. Die Flüge des Vortages wurden gemeinsam betrachtet, übereinander gelegt und analysiert.
Am Mittwoch stand schließlich der letzte Flugtag an. Es ging noch einmal in die Luft, ein längerer Streckenflug entwickelte sich daraus jedoch nicht mehr. Anschließend wurden die Flugzeuge verstaut, die Zelte abgebaut und schließlich die Heimreise angetreten.
Wer im eigenen Verein vielleicht nur gelegentlich ein Flugzeug aus dem Hänger holt, hatte nach mehreren Tagen täglichen Auf- und Abrüstens jedenfalls reichlich Übung darin gesammelt. Alle halfen sich dabei gegenseitig und es war immer jemand zur Stelle, der mit anpacken konnte.
Auch abseits des Fliegens kam die Gemeinschaft nicht zu kurz. Beim gemeinsamen Essen und den abendlichen Gesprächen, oft auch am Lagerfeuer, blieb genug Zeit für den Austausch außerhalb der Briefings und Flüge.

Insgesamt war der Lehrgang eine sehr spannende und lehrreiche Woche, in der wir viele neue Erfahrungen sammeln konnten. Danke an alle Trainer, Organisatoren und Helfer sowie an die LSG Steinfurt, die den Lehrgang möglich gemacht haben.

Text: Cédric Romus und Tim Lensker

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