Interview mit Tim Oberlehberg – Sieger LJVF und Dritter BJVF

Auch wenn es bis Silvester noch ein paar Tage dauert, kann Tim Oberlehberg vom Aero-Club Mülheim bereits auf ein erfolgreiches 2018 zurückblicken: Er gewann das Landesjugendvergleichsfliegen der Segelflieger in Mülheim a.d. Ruhr, qualifizierte sich dadurch für den Wettkampf der besten Nachwuchsflieger Deutschlands in Paderborn und vertrat die LSJ NRW dort mit dem dritten Platz in der Einzelwertung außerordentlich würdig. Wir trafen ihn daher zum Interview.

Hallo Tim! Erstmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst, und herzlichen Glückwunsch zu deinen guten Platzierungen in Mülheim und Paderborn. Wann und wie bist du überhaupt zum Segelfliegen gekommen?
Ich habe 2015 ein Praktikum in einer Essener Flugschule absolviert und mich im Rahmen dessen mit einigen der Flugschüler dort unterhalten. Viele von ihnen waren schon früh in die Fliegerei durch den Segelflug eingestiegen und sagten mir, je früher ich anfange, desto besser.

Die Idee des Jugendvergleichsfliegens ist ja ein Wettbewerb, an dem ganz bewusst auch Flugschüler teilnehmen sollen. Wie ist denn der Stand deiner Ausbildung?
Zum Zeitpunkt der beiden Wettbewerbe war meine Ausbildung weitestgehend abgeschlossen. Ich habe mich auf die praktische Prüfung zum SPL-Lizenzerhalt vorbereitet, welche ich dann auch bestanden habe.

Auch dazu herzlichen Glückwunsch. Wie kamst du überhaupt dazu, am Landesjugendvergleichsfliegen in Mülheim teilzunehmen?
Da mein dortiger Verein, der Aero-Club Mülheim, Ausrichter des Wettbewerbes war, wurde schon früh mit den Vorüberlegungen und Vorbereitungen begonnen. Natürlich wurde auch überlegt, wer von uns Flugschülern oder den frischen Scheininhabern teilnehmen wolle. Ich konnte mir eine Teilnahme an sich sehr gut vorstellen und habe dann, als ich durch die Jugendleitung darauf angesprochen wurde, auch direkt zugesagt, da sich die Chance dazu wohl in dieser Form nicht noch einmal bieten würde.

Nach dem Heimspiel in Mülheim: War dir auch der Platz in Paderborn bekannt?
Nein, mehr als den Namen Haxterberg hatte ich vorher noch nicht gehört. Im Nachhinein gibt es auch überraschend viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Plätzen. Angefangen von der identischen Bahnausrichtung über die Luftraumbeschränkungen durch die unweiten Plätze Düsseldorf bzw. Lippstadt bis hin zu den daraus resultierenden, identischen Ausklinkhöhen.

Welches Gefühl hattest du während der Flüge? Hast du im Cockpit schon mit einem guten Ergebnis gerechnet?
Während der Flüge habe ich mich hauptsächlich auf das zu fliegende Programm konzentriert und mir über mögliche Platzierungen erst am Boden Gedanken gemacht. Für mich war es schwer einzuschätzen, wo ich denn nun in der Rangliste stehen würde, da ich genau wusste, wo ich mir Fehlerpunkte eingehandelt hatte und daher wohl auch nicht mit einer derartig guten Platzierung gerechnet habe.

Welchen Stellenwert hat das Team bei einem solchen Wettbewerb?
Ich habe vor allem in Paderborn bemerkt, welchen großen Stellenwert das Team bei einem solchen Wettbewerb hat. In Mülheim mussten wir unseren Flieger weder über weite Strecken transportieren noch auf- und abrüsten. In Paderborn hingegen schon. Dabei hat sich gezeigt, dass ein gutes Schiebe- und Montageteam Gold wert ist!

Was ist deiner Ansicht nach besonders wichtig, um ein guter Segelflieger zu werden? Irgendetwas machst du ja scheinbar besonders richtig.
Dabei jetzt aus Erfahrung sprechen zu wollen ist natürlich schwierig, da ich selbst nicht einmal zwei Jahre fliege. Wenn ich aber eine Sache weitergeben kann, dann ist es, Spaß am Fliegen zu haben und diesen Spaß nicht durch Wettbewerbe oder dergleichen zu verlieren. Auf welches Level des Perfektionismus´ man die eigenen Fähigkeiten ausbauen möchte, bleibt dann jedem selbst überlassen.

Und was sind deine persönlichen fliegerischen Ziele? Strebst du auch weiterhin die Teilnahme an Wettbewerben bzw. Segelflug als Leistungssport an?
Ich denke, ich werde vorerst meine Streckenflugerfahrung weiter ausbauen und dann mal sehen, ob sich Wettbewerbe zur Teilnahme anbieten. Ob ich die Zeit für die Ausübung als Leistungssport habe, weiß ich noch nicht.

Kannst du dir vorstellen, in Zukunft andere Luftsportarten auszuüben oder hast schonmal etwas anderes ausprobiert?
Ich werde in dieser Hinsicht wohl vorerst beim Segelflug bleiben. Mein Tandem-Fallschirmsprung hat mir zwar sehr gut gefallen und es spricht auch nichts gegen eine Wiederholung, jedoch wird es das Fallschirmspringen wohl nicht über eine gelegentliche Ausübung hinausbringen.

Dann noch einmal danke für deine Zeit und weiterhin alles Gute.

 

Hier geht’s zum Nachbericht des Jugendvergleichsfliegens NRW 2018

 

Interview mit Tim Oberlehberg – Sieger LJVF und Dritter BJVF

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